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Veränderung der Männerrolle

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Veränderung der Männerrolle

»Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.« Georg Christoph Lichtenberg

 

Die Generation von Männern des 21. Jahrhunderts steht vor neuen Herausforderungen. Die Männerrolle befindet sich im Wandel wie noch niemals zuvor. Die Vereinbarkeit der Vaterrolle und der Rolle als Ehemann stehen ebenso im Fokus wie der Erfolg im Beruf und die eigene Gesundheit. Zum ersten Mal in der Geschichte wird auch von Männern erwartet, dass sie den Spagat zwischen Beruf und Familie erfolgreich meistern.

Eltern sind in Ihrem Verhalten Vorbilder für Ihre Kinder. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Kinder sich das Verhalten ihrer Eltern abschauen und ebenso ihre Glaubensätze übernehmen, die sie dann später als Erwachsene ungeprüft aufrechterhalten.

Somit haben die Lebensumstände unserer Großväter und Väter einen immensen Einfluss auf uns heutige Väter. Doch mit welchen Glaubenssätzen sind unsere Väter groß geworden? Schauen wir zurück auf die Herausforderungen unserer Großväter. In der Nachkriegszeit war es die Aufgabe der Männer, die Familie zu ernähren und für ein Dach über dem Kopf zu sorgen. Die Rollentrennung war damals ganz streng aufgeteilt. Somit hatten Väter seinerzeit weder mit Haushalt noch mit der Kindererziehung etwas zu tun und die Partnerschaft musste „funktionieren“.

Und genau dieses Verhalten haben unsere Väter von ihren Vätern verinnerlicht. Jedoch hatten sich die Zeiten bereits in den 60er und 70er Jahren schon sehr stark verändert. Zu jener Zeit machte sich der Wirtschaftsaufschwung bemerkbar. Je nach Land und Herkunft ging es den meisten Menschen schon richtig gut. Der Aufschwung hat vielen zu neuen Jobs und damit zu einem höheren Wohlstand verholfen. Doch die Rolle unserer Väter schien unverändert; hat sich nicht großartig von der Rolle ihrer Väter unterschieden. Die Frau war auch weiterhin für die Kinder und den Haushalt verantwortlich und der Mann fürs Geldverdienen. Es war damals fast in allen Haushalten üblich, dass nur der Mann gearbeitet hat. Die Rollen waren klar verteilt. Der Vater hatte sehr wenig Anteil an der Kindererziehung und war meist sehr streng und autoritär. Das bedeutet für uns heutige Väter, dass wir diese Prägung von unseren Vätern mitbekommen haben.

Allerdings stehen wir Väter heutzutage vor Herausforderungen, für die wir keine Vorbilder mehr haben. Unsere verinnerlichten Prägungen und Glaubenssätze sind eher Hindernisse als Hilfestellungen.

Heutzutage haben bereits viele Väter erkannt, dass sie es anders machen wollen als ihre eigenen Väter. Gegenwärtig arbeiten meist auch beide Elternteile. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen möchten die Mütter ebenfalls beruflichen Erfolg. Zum anderen ist das Leben aktuell so teuer geworden, dass die meisten Familien auf ein zweites Einkommen schlichtweg angewiesen sind. Das führt zwangsläufig zu einer veränderten Männerrolle. Zusätzlich zum Job kommen noch der Haushalt hinzu, außerdem die Kindererziehung und die Pflege der Partnerschaft.

Darauf wurden wir Männer von unseren Vätern nicht vorbereitet. Das ist plötzlich eine gänzlich neue Situation für die Männerwelt. Jeder Vater versucht es auf seine Art und Weise zu lösen. Das läuft dann so, dass der Tag meistens immer kürzer wird, weil wir uns immer mehr Aufgaben vornehmen. Noch kurz einkaufen, dann die Kinder zum Sport fahren, dann die Frau unterstützen, es folgt schließlich noch ein wichtiges Meeting und – nicht zu vergessen – der Termin beim Elternabend. Für einen selbst bleibt da kaum noch Zeit. Die meisten Männer suchen deshalb einen Kompromiss. Manche bewusst, viele unbewusst. Der Kompromiss sieht oft so aus, dass die eigenen Bedürfnisse und die eigene Gesundheit vernachlässigt werden. Oft leidet auch die Ehe darunter. Das ist einer der Gründe für die aktuell hohe Scheidungsrate. Ein weiterer Kompromiss besteht darin, dass die eigenen Ziele und Wünsche hintenangestellt werden. Die Karriere wird zum Wohle der Familie aufgegeben. Ich bin der festen Überzeugung, dass es keine Kompromisse geben darf. Denn damit beschneiden wir uns der Möglichkeit, ein großartiges Leben zu führen. Wir vermitteln unseren Kindern, ob bewusst oder unbewusst, dass du auf vieles verzichten müsstest, wenn du Kinder hast. Wollen wir wirklich, dass unsere Kinder das von uns lernen? Sollen unsere Kinder in dem Bewusstsein aufwachsen, dass Kinder eine Belastung für das Leben ihrer Eltern sind? Natürlich lieben wir unsere Kinder. Die Familie ist wichtiger als alles andere. Und eben weil die Familie und die Kinder besonders wichtig sind, haben wir die Verantwortung, ihnen vorzuleben, wie sie ein erfülltes Leben fernab von Kompromissen führen können.

Smarte Grüße

Roman