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Vatertypen

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Vatertypen

»Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.« Albert Schweitzer

 

Es gibt unterschiedliche Typen von Vätern. Bei meinen Recherchen und in verschiedenen Gesprächen mit Vätern habe ich festgestellt, dass es im Wesentlichen sechs Typen gibt. Es gibt mit Sicherheit noch weitere Ausprägungen, aber die folgenden Vatertypen treffen auf die Mehrheit der Väter zu. Diese unterschiedlichen Typen sind weder schlecht noch gut. Weder richtig noch falsch. Es kommt immer auf die individuelle Situation an und darauf, wie sich die Familie damit arrangiert. Ich habe natürlich meine eigene Meinung dazu. So wie du deine Meinung dazu haben wirst. Ich möchte mit der Erläuterung der unterschiedlichen Vatertypen das Bewusstsein für dich schaffen, damit du über deine Vaterrolle nachdenken kannst.

Typ 1: Der König

Dieser Vater ist der König in seinem Zuhause. Er herrscht über sein Haus und seine Untertanen. Wenn er von der Arbeit heimkommt, dann ist seine Dienerin schon da, also seine Ehefrau, und nimmt ihn direkt in Empfang. Das Essen ist fertig. Es ist schon alles erledigt, damit er sich wohlfühlt. Seine Kinder laufen ab dem Zeitpunkt nur noch auf Zehenspitzen durchs Haus – darauf bedacht, den Vater auf keinen Fall zu stören.  Der Vater regiert sein Reich sozusagen aus seinem Sofasessel heraus und lässt sich von seiner Ehefrau und seinen Kindern bedienen. Alle müssen auf ihn allein hören. Er schaltet sich in die Kindererziehung nur ein, wenn er eine Strafe verkündet oder eine Begnadigung ausspricht. Die Mutter unterstützt seine Rolle zusätzlich mit Aussagen: „Warte mal, bis der Vater nach Hause kommt!“ Hier gibt es eine klare Hackordnung in der Familie. Der Vater ist der König und alle anderen müssen ihm gehorchen. Was der Vater sagt, das ist Gesetz.

Typ 2: Der Pessimist

Das ist so ein Typ Mann und so ein Typ Vater, der in seinem Leben unzufrieden ist. Er ist frustriert über seinen Job. Er arbeitet in seinem Beruf ungern. Er übt ihn nur aus, um irgendwie Geld zu verdienen. Er ist unzufrieden mit seinem Körper, mit seinen Beziehungen, mit seinen Freunden, mit der Politik und überhaupt. Diese Lebenseinstellung wirkt sich auf die gesamte Familie aus. Folgende Aussagen stammen typischerweise von einem Pessimisten: „Du Idiot, was hast du wieder angestellt? Ist das alles, was du zu bieten hast? Du hörst mir nie zu! Du machst immer alles falsch! Du wirst niemals etwas in deinem Leben erreichen! Du wirst dein Leben lang Toiletten schrubben. Das kannst du eh nicht!“  Diese Aussagen sind natürlich nicht hilfreich. Einen Hintergedanken jedoch hat der Pessimist dabei: Im Grunde will er seine Kinder motivieren. Mit diesen Sprüchen will er sie auf das Leben vorbereiten und sie anspornen, es besser zu machen. Natürlich ist das die falsche Herangehensweise. Allerdings weiß er sich nicht besser zu helfen. Er hat es wahrscheinlich von seinem Vater so gelernt. Er ist mit seinen Ergebnissen im Leben unzufrieden und das lässt er mittels dieser Aussagen auch seine Kinder spüren.

Typ 3: Der Karrierevater

Der Karrierevater ist höflich und zuvorkommend. Er spricht meist mit ruhiger Stimme. Er kauft regelmäßig tolle Geschenke und Süßigkeiten für seine Kinder. Allerdings ist er fast nie zu Hause bei seiner Familie. Der Karrierevater arbeitet viel, und wenn er spät abends nach Hause kommt, dann ist er meistens mit seinen Gedanken weiterhin bei der Arbeit. Seine Kinder nehmen ihn im Alltag kaum wahr. Er hat nur einen ganz kleinen Anteil an der Kindererziehung. In der Familie ist eigentlich er primär dafür zuständig, das Geld nach Hause zu bringen.

Jana und ich waren mit unseren drei Kindern mal wieder an einem Sonntagnachmittag im Wald spazieren. Ich war gerade dabei, den Kinderwagen in den Kofferraum unseres Autos zu laden. Da sprach mich plötzlich ein älterer Mann an. Wir kamen ins Gespräch und da sagte er etwas ganz Interessantes über sein Leben: „Ich war mein ganzes Leben lang Kinderarzt. Jetzt bin ich 80 Jahre alt und habe vor knapp 10 Jahren meinen Beruf aufgegeben. Ich war sehr gern Kinderarzt und hatte sehr viel Freude an meiner Arbeit.“ Er ging zur offenen Autotür und sprach ein wenig mit unseren Kindern. Ich sah sofort, dass meine Kinder ihm gegenüber sehr zutraulich sind. Er hatte einfach eine sehr sympathische Aura um sich. Jana fragte ihn: „Sind Sie auch schon Opa?“ Die Freude in seinen Augen war schlagartig verflogen. Es war klar zu sehen, dass dieses Thema ein wunder Punkt bei ihm war. Er antwortete mit einer etwas leiseren und ruhigeren, fast schon traurigen Stimme: „Ja, ich habe Enkelkinder. Allerdings leben meine Kinder in Leipzig und ich in der Nähe von Frankfurt. Ich habe seit vielen Jahren keinen Kontakt zu meinen Kindern und Enkelkindern.“ Jana und ich waren sehr betroffen nach dieser Aussage. Dieser Kinderarzt ist ein Prototyp eines Karrierevaters.

Typ 4: Der passive Vater

Das ist der Typ Vater, der seine gesamte väterliche Verantwortung an seine Ehefrau abgegeben hat. Sobald er nach der Arbeit heimkommt, zieht er sich zurück. Er versteckt sich in seinem Gartenhaus oder in seinem Hobbyraum. Oder er beschäftigt sich mit Aufgaben am Haus, am Auto oder mit anderen Dingen. Er braucht vielleicht auch jeden Abend ein paar Fläschchen Bier oder einige Gläschen Wein, um runterzukommen. Oder er versucht, seine Gedanken mit Trash-TV zu betäuben. Die meiste Zeit nimmt er nicht am Leben seiner Kinder teil. Seine Frau übernimmt im Endeffekt zusätzlich die Aufgaben des Vaters und muss beide Rollen ausfüllen. Der passive Vater hat einfach alles auf seine Ehefrau abgewälzt und lebt sein eigenes Leben für sich. Klar bezahlt er die Rechnungen und sorgt fürs Essen sowie ein Dach überm Kopf, aber zum Familienleben und zur Kindererziehung trägt er wenig bis gar nichts bei.

Einige Jahre war ich eine Mischung aus Karrierevater und passivem Vater. Ich habe mich um meine Arbeit gekümmert und es war sehr bequem für mich, dass sich Jana um die Kinder gekümmert hat. Der normale Tagesablauf sah so aus, dass ich meine Tochter in die Kita gebracht habe und dann erst spät abends wieder nach Hause gekommen bin. Ich war auch teilweise einige Nächte auf Dienstreisen unterwegs und gar nicht zu Hause. Nach Feierabend bin ich nach Hause gekommen und habe mich aufs Sofa vor den Fernseher gelegt. Den ganzen Tag hatte ich schwierige Kunden- und Mitarbeitergespräche, die mich einfach ausgelaugt haben. Ich wollte nach Hause kommen und die Gedanken an die Arbeit einfach mit stumpfsinnigen Serien betäuben. Dabei habe ich bewusst in Kauf genommen, dass ich die Zeit nicht für meine Tochter genutzt habe. Ich habe zu mir selbst immer wieder gesagt: „Du brauchst auch mal eine Auszeit von allem. Du musst dich um dich selbst kümmern.“ Somit hatte ich die perfekte Ausrede gefunden. Zu jener Zeit habe ich nicht gewusst, woran das liegt. Meinen Zustand habe ich als normal empfunden. Da es vielen anderen Vätern in meinem Umfeld auch so ging, wurde ich darin sogar noch bestätigt. Zum Glück hat mich Jana immer wieder animiert, etwas mit meiner Tochter zu unternehmen. Auf den Spielplatz rauszugehen. Mit ihr zu spielen. Solche Tage haben mich viel Energie gekostet, aber ich war froh, dass ich vom Sofa aufgestanden bin.   

Typ 5: Der Hausmann

Ein sehr moderner und neuer Vatertyp ist der Hausmann. Immer mehr Männer entscheiden sich dafür, entweder zwei Monate oder bis zu drei Jahre Elternzeit zu nehmen. Immer öfter gibt es die Konstellation, dass der Mann vollständig seinen Beruf aufgibt und sich um die Familie kümmert. Der Hausmann ist immer für seine Kinder da. Er ist da und hilft den Kindern, sich morgens für die Schule oder den Kindergarten vorzubereiten. Er kümmert sich um den Haushalt. Er ist da, um mit den Kindern die Hausaufgaben zu machen und unterstützt sie im Alltag. Er ist sehr präsent im Alltag und die Kinder nehmen ihn sehr stark in ihrem Leben wahr.

Die Herausforderung des Hausmannes ist die, dass seine Ehefrau sehr viel unterwegs ist. In dieser Konstellation ist die Ehefrau die Karrieremutter. Hier hat die Mutter die gleichen Herausforderungen wie der Karrierevater. Sie ist sehr selten für ihre Kinder da, und das Problem des nicht anwesenden Elternteils verlagert sich auf die Mutter. Die Männer geben sich voll und ganz der Familie und der Kindererziehung hin. Tendenziell ist meistens der Mann der Haupternährer und sorgt für den größten finanziellen Beitrag. Beim Hausmann ist das meist schon vor der Geburt des ersten Kindes umgekehrt. Hier ist die Ehefrau karriereorientierter und verdient meistens schon mehr als der Mann. Deshalb fällt später die Entscheidung leichter, dass der Vater zu Hause bleibt und die Mutter den alleinigen oder den größeren finanziellen Beitrag für die Familie leistet.

Typ 6: Der Smart Dad

Der Smart Dad ist als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen eines Vaters entstanden. Er hat es geschafft, alle seine Lebensbereiche in Einklang zu bekommen. Er hat sich so organisiert, dass er seine Zeit flexibel anpassen kann. Somit hat er viel Zeit für seine Kinder und begleitet sie durch ihre Lebensphasen. Er liebt seine Arbeit, und seine Kunden lieben, was er tut. Er kümmert sich täglich um seine körperliche und geistige Gesundheit und hat verstanden, dass seine körperliche und geistige Gesundheit der Schlüsselfaktor für sein Leben ist. Er geht auf die Bedürfnisse seiner Kinder und auf die seiner Ehefrau aktiv ein. Er bringt sich aktiv ins Familienleben ein. Er weiß, was er im Leben will und er kennt seine eigenen Bedürfnisse. Er geht voller Selbstbewusstsein und voller Selbstliebe durchs Leben. Der Smart Dad verfolgt seine Träume. Er ist ein großartiges Vorbild für seine Kinder und unterstützt seine Kinder dabei, dass sie ihr volles Potenzial entfalten. Er hat verstanden, wie wichtig es ist, alle Lebensbereiche unter einen Hut zu bekommen, in allen Lebensbereichen zu wachsen und sich permanent zu entwickeln. Er führt ein glückliches Leben und ist immer für seine Familie da.

Während du die unterschiedlichen Vatertypen kennengelernt hast, hast du für dich bestimmt eine Einstufung vorgenommen. Zu welchem Vatertyp gehörst du? Vielleicht bist du, wie ich es früher war, eine Mischung aus zwei oder drei Vatertypen?

Beantworte die folgenden Fragen und höre dabei tief in dich und in dein Herz hinein:

Welche Art Vater möchtest du in deinem Leben sein? Welche Art Vater möchtest du für deine Kinder sein? Welche Art Mann möchtest du für dich und für deine Ehefrau sein?

Smarte Grüße

Roman